Collapse Construction

Collapse Construction is a experimental media installation based on a research on the aesthetics and strategies of crise’s cycles on real estate sector using the example of the American Single Family Home.

 

Status Quo
Häuser werden weltweit behandelt wie Ware – mit ihnen wird gehandelt und spekuliert. COLLAPSE CONSTRUCTION’ untersuchte das amerikanische Einfamilienhaus als Freiheitsideal, Massenprodukt und Mittel in einer Industrie, der es darum geht, Wohnen und damit das Leben schlechthin vollends zu einer verkäuflichen Ware zu machen. Das Einfamilienhaus ist Dünger in einem System, das um jeden Preis wachsen will. Dieses System wirkt auf politischen, ökonomischen sowie ästhetischen Ebenen. Der Raum kann daher nicht nur als Objektform gesehen werden, sondern formt sich aus einer Vielzahl von Verstrickungen aus sichtbaren und unsichtbaren Netzwerken.
Die USA liefert in meinen Augen flächendeckend provokative und stark charakteristische Beispiele für gewinnmaximierende Raumproduktionen. Der Inhalt und die Hülle dieser Räume weisen darauf hin, dass öffentlicher Raum käuflich und verkäuflich ist. Nordamerika ist das Vorbild der westlichen Gesellschaft. Diese profitmaximierende Raumproduktion operiert lokal, national und global zugleich – sie lässt sich nicht nur in der USA finden, sondern auch in Europa; Deutschland und Berlin. Die Spekulationsobjekte reichen dabei von Eigentumswohungen, Townhouses in den Zentren der Städte, Shoppingmalls, Hotels ect.. Raumprodukte wie das Einfamilienhaus funktionieren ganz ähnlich wie ein Nike-Turnschuh, einem Drink von Starbucks oder einem Sandwich von Subway. Sie sind so vergleichbar in Form, Farbe und Qualität. Diese Standardisierung hat eine Homogenisierung des Raum, des Material und des Wohnbegriffes zur Folge. ‚Collapse Construction‘ – Die Architektur des Kapitalismus und seines zyklischen Zusammenbruchs durchzieht gerade das Bauen und alle ihm nahestehenden Prozesse bis ins Detail. Ich habe versucht verschiedene Strategien aufzuzeigen und miteinander zu verknüpfen, die Raum zur Ware machen wie: Gesetzte und rechtliche Legitimier-ungen, Acts, Patente, Zyklen der Kapitalakkumulation, Kreditvergabe-systeme, Akteure, Enteignungsmethoden wie Foreclosures, Redlining, Flipping, Subtraction, Territorialisierung durch das National Grid, Place-Making durch Communitybuilding, Bedeutungszuschreibung durch Authentizität durch eine idealen Fassade, Fake-Materialien, Wohnhierarchie durch Mobilität etc.

Statement
Prozesse, die der infrastrukturellen, ökonomischen und materialbezogenen Systematik “Raumproduktion” zu Grunde liegen, wollte ich sichtbar machen. Ich habe die Dialektik zwischen der Ökonomisierung in der Architektur und seiner Materialbeschaffenheit visualisiert und somit die Architektur als System betrachtet, deren Erscheinungsbild sich auch aus den Infrastrukturen des kapitalistischen Systems bildet. In meinen Augen bedeutet Entwerfen, die Bedingungen zu verstehen und zu verändern, unter denen Raum produziert wird. Architektur sollte nicht Formen, sondern die Kräfte beschreiben, die unsere Umwelt umformen. Rund um den Globus wird in den letzten Jahrzehnten unaufhörlich daran gearbeitet, eine nie dagewesene Einförmigkeit zu produzieren. Damit einher geht die Vereinheitlichung von Tätigkeiten und auch die Reduktion der Möglichkeiten. Dies erfordert ein Umdenken im Entwurfsprozess, was nur durch die Zusammenarbeit und Überlagerung verschiedenen Disziplinen geschehen kann. Wir müssen die Augen aufmachen und verstehen, warum unsere Umwelt in immer größeren Maße homogener wird, um Lebensräume für alle Menschen zu erhalten und nicht zu zerstören. Wir können eingreifen – indem wir der Raumspekulation nicht immer neue Formen produzieren, sondern die ihr zugrunde-liegenden Prozesse, Abhängigkeiten und Machtstrukturen offenlegen.
Es ist an der Zeit zu verstehen, dass hinter einer Fassade ein sehr komplexes System steht, bei welchem es oftmals nicht reicht, mit baulichen Maßnahmen auf Missstände zu reagieren. Ich möchte ver-stehen, was die Ursachen dieser Fehlentwicklungen sind. Meine Arbeit zeigt Entwurfsmethoden auf, die sich an einem Netzwerkverständnis orientieren. Entwerfen, bedeutet für mich an erster Stelle eine Netzwerkanalyse, die zur unverzichtbaren Grundlage weiteren Handelns wird. Eingreifen in das System und ändern der Parameter, die das System zu einem unangreifbaren Instrument gemacht haben, stellen für mich einen zeitgemäßen Umgang mit Raum dar.
Meine Arbeit möchte sensibilisieren und den Blick auf die Architektur schärfen. Da sich über Jahrzehnte ein System zwischen Privateigentum und das Anrecht auf Raum entwickelt hat. ’COLLAPSE CONSTRUCTION’ positioniert sich daher, als eine Netzwerkanalyse, die in einer medialen Installation und als interdisziplinäres Archiv relevante Informationen, Bilder, Videos – dokumentieren und vernetzten soll. STRATEGIES OF CONSTRUCTING THE COLLAPSE   
1 LAWS/CREDIT SYSTEM – THE ARCHITECTURE OF COLLAPSE
2 FORECLOSURES – BUILDINGS DESTROY BUILDINGS
3 TERRITORIALIZATION – ‘THE NATIONAL GRID’
4 PLACE-MAKING – COMMUNITY BUILDING
5 AUTHENTICITY – ADDITION OF THE SAME
6 MATERIALS – WALLPAPERS OF IDENTITY
/ STATEMENT

 

Berlin/USA
2015/2016 & ongoing

Team: Lucie Waschke