VIENNA DESIGN WEEK

RE-TRACING HOME ist ein Projekt von Guerilla Architects in Kooperation mit Caritas, future.lab, Architecture for Refugees und Communication for Development Network mit Förderung der Hans Sauer Stiftung im Rahmen der VIENNA DESIGN WEEK (29.9.-8.10.2017).

Wenn Sie vorbuchen wollen, geben Sie bitte ihre bevorzugten untenstehenden Event(s) an und senden Sie uns eine E-Mail mit Motivation und Hintergrund an: re-tracinghome@guerillaarchitects.de

Es wird empfohlen die 3 aufeinander aufbauenden Phasen des Projektes wahrzunehmen (Beispiel: alle Events mit der Nr. 1). Weitere Informationen folgen bald.

(Bektas, Umit/ Reuters (2015) „Syrian refugee Meryem Mahmo, 14, shows a drawing of her home during a carpet weaving workshop in Midyat refugee camp in Mardin province“)

Vor dem Hintergrund der sogenannten „Flüchtlingskrise“ entwickeln Guerilla Architects gemeinsam mit Migrantinnen und Migranten und in Kooperation mit der Caritas experimentelle Alternativen zur gängigen „Flüchtlingsarchitektur“. Als zweiphasiger interaktiver Workshop untersucht das Projekt Re-tracing home die Bedeutung des Begriffs „Zuhause“ und thematisiert dabei, wie man die Fähigkeiten sowie soziokulturellen und architektonischen Hintergründe geflüchteter Menschen in Architektur und Planung von alternativen Wohnungstypen überführen kann. Durch Stadtführungen mit Geflüchteten werden verschiedene öffentliche Räume im diesjährigen Fokusbezirk Rudolfsheim-Fünfhaus an den ersten fünf Festivaltagen besucht. In der zweiten Festivalhälfte fließen die Ergebnisse der Begegnungen vor Ort in ein offenes Work in Progress-Projekt ein, das einen Wiener Leerstand, das „Blaue Haus“ am Westbahnhof, als „ideales Zuhause“ bespielen soll.

STADTFÜHRUNG MIT GEFLÜCHTETEN

Die Stadtteile Rudolfsheim und Fünfhaus verfügen über eine „bewegte Geschichte vom ArbeiterInnen- und Rotlichtbezirk hin zu einem heute multikulturell geprägten Teil der Stadt“. Es gilt als einkommensschwächster, ärmster und jüngster Bezirk Wiens, der einen Rückgang der Straßenprostitution als auch den Aufschwung der lokalen Einkaufsstraßen und durch die Wiederbelebung leerstehender Geschäftslokale durch neu hinzugezogenen Kreativschaffende erlebt. Bezüglich der angesprochenen „Flüchtlingskrise“, die man auch eher als „Ankommenskrise“ bezeichnen könnte, bietet die Caritas Einrichtungen WG Dilan & WG Yunus (Unterkünfte für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge) alternative Wohnformen an. Googelt man „Rudolfsheim-Fünfhaus“, wird „…Kriminalität“ als 1.Treffer angeboten. Diese kurze Übersicht zeigt bereits Charakteristika eines Stadtteils, den man so in fast jeder europäischen Großstadt finden kann. Geflüchtete berichten ihre Perspektiven und zeigen ihre „Lieblingsorte“ im Fokusbezirk und darüber hinaus.

1) FR, 29.09. 11-13 Uhr, 2) SA, 30.09. 11-13 Uhr, 3) SO, 01.10. 11-13 Uhr, 4) MO, 02.10. 11-13 Uhr

(Architecture for Refugees (2017) Stadtführung – Zürich mit den Augen eines Flüchtlings)

KREATIV WORKSHOP

Der Workshop soll folgende Aufgaben beinhalten:
1) Was bedeutet „Zuhause“ für dich?
2) Welche Erinnerungen hast du an dein altes „Zuhause“ ?
3) Bitte zeichne dein altes „Zuhause“ (Grundriss + Ansicht inkl. Funktionen).
4) Bitte mach 1 Foto von deinem neuen „Zuhause“ und vergleiche es mit deinem alten „Zuhause“.
5) Welche 3 Objekte erinnern dich an dein altes „Zuhause“? Warum hast du genau diese Objekte ausgewählt? Bitte mach jeweils ein Foto.
6) Wie stellst du dir dein ideales „Zuhause“ vor?
7) Bitte zeichne dein ideales „Zuhause“ (Grundriss + Ansicht inkl. Funktionen).
8) Wo fühlst du dich „Zuhause?

Dadurch soll untersucht werden inwieweit das „Sprechen, Schreiben und Zeichnen mit unterschiedlichen Stimmen“ dazu beitragen kann den soziokulturellen und architektonischen Hintergrund von (ehemaligen) Geflüchteten in den Gestaltungsprozess ihrer Heimat bzw. ihres „Zuhauses“ miteinzubeziehen.

1) FR, 29.09. 15-17 Uhr, 2) SA, 30.09. 15-17 Uhr, 3) SO, 01.10. 15-17 Uhr, 4) MO, 02.10. 15-17 Uhr

(tana (2002) Wurmkos‘ Installation, eine wechselwirkende Landschaft, die im kreativem Workshop-Prozess ein temporär offener Raum mit ästethischem Inhalt wird)

BAU WORKSHOP & AUSSTELLUNG

Nach den Kreativ Workshops und den Stadtführungen durch den Fokusbezirk wird ein leerstehender Raum des „Blauen Hauses“ ausgewählt, der aufbauend auf den Ergebnissen des Workshops in Zusammenarbeit mit den teilgenommenen Geflüchteten als „ideales“ Zuhause bespielt wird. Dies soll buchstäblich ein „Work in Progress“ Projekt sein, dass über den Zeitraum der letzten 5 Tage der VIENNA DESIGN WEEK eine ergebnisoffene und von Geflüchteten konzipierte, mitgeplante und durchgeführte Alternative zu gängiger „Flüchtlingsarchitektur“ entwickeln. Die alltägliche Arbeit mit den Geflüchteten soll dabei ein proaktiver Austausch für alle Beteiligten sein. Dabei soll vor allem auch das zur Verfügung stehende Budget bedarfsgerecht und in Abstimmung mit den Geflüchteten vor Ort verplant werden.

1) MI, 04.10. 11-20 Uhr, 2) DO, 05.10. 11-20 Uhr, 3) FR, 06.10. 11-20 Uhr, 4) SA, 07.10. 11-20 Uhr

(Blaues Haus (2017) Ausstellungsort und Festivalzentrale der VIENNA DESIGN WEEK, Mariahilfer Str. 132, Wien; ein aktueller Leerstand direkt am Westbahnhof)

TEESTUBE

Nach den Kreativ und Bau Workshops ist die Teestube im selben Raum immer offen und wird von 17-20 Uhr bewirtet. Tee und Snacks sollen dazu einladen auch in informellen Rahmen sich über die gemeinsamen und unterschiedlichen Vorstellungen von „Heimat“ und „Zuhause“ von Geflüchteten, Partnerorganisationen und BesucherInnen der VIENNA DESIGN WEEK auszutauschen. Es werden Kreativ Workshop Vorlagen ausliegen, um zum Weiterdenken und Diskutieren anzuregen oder an die Wand zu zeichnen. Der Innenraum der Teestube wird dabei im Laufe des Festivals kontinuirlich mit neuen Wandzeichnungen und Erzählungen gefüllt.

(Die Teestube ist ein informeller Ort der zum Entspannen und Austauschen anregen soll)

 

Vienna
2017

Team: Benedikt Stoll, Anja Fritz, Tobias Hattendorff

with Stephanie Köck