Im Rahmen des Kunstparcours radical playgrounds (Kuratiert von Joanna Warsza und Benjamin Foerster-Baldenius / raumlaborberlin) beschäftigten wir uns im April 2024 am Gropius Bau mit performativen Strategien urbaner Raumaneignung. Ausgangspunkt war das umkämpfte Bauvorhaben Kulturhafen am Berliner Hafenplatz, ein Projekt, das den Abriss eines Wohnkomplexes aus den 1970er Jahren vorsieht und damit die Rückkehr der jetzigen Mieter:innen fundamental infrage stellt.
Gemeinsam mit Bewohner:innen und Studierenden des Instituts für Architektur und Städtebau der UdK Berlin untersuchten wir, wie künstlerisch-gestalterische Praktiken als Instrumente des Widerstands wirksam werden können. Während das Unternehmen Art Project in Kooperation mit der GEWOBAG das Gebiet als lukratives Entwicklungsareal verhandelt, kämpfen die dort lebenden Menschen seit Jahren um ihr Zuhause – und um Antworten auf die Frage, warum ein Filetgrundstück bewusst dem Verfall überlassen wird. Der Berliner Mieterverein nennt es „Monopoly mit Pausen“.
Unsere Arbeit stellte eine Gegenbewegung dar: Gegen spekulative Stadtentwicklung, gegen das Ausradieren sozialer Strukturen, gegen urbane Ausverkaufslogiken. Wir fragten, welche utopischen Alternativen jenseits renditegetriebener Planungsrhetoriken möglich sind und welche Rolle Gestalter:innen in diesen Kämpfen einnehmen können.
Performance benutzten wir als soziale Intervention, die Räume umcodiert, Machtverhältnisse offenlegt und kollektive Sichtbarkeit schafft. Aus unseren Recherchen entstanden öffentliche Aktionen am Hafenplatz: Inszenierungen zwischen künstlerischem Ausdruck, politischer Artikulation und dem Recht auf Stadt.
Der Prozess kulminierte in einer gemeinsamen Demonstration, ein öffentlicher Verhandlungsraum, der die Recherche direkt auf die Straße trug und sichtbar machte, dass Stadt immer ein umkämpftes Terrain ist.















