© Elisa Grehl

Platz machen!

Wiesbaden Biennale

2025 macht die Wiesbaden Biennale Platz – im Stadtraum, im Theater, im Denken. In einer Zeit, in der künstlerische Freiräume schwinden und Türen sich schließen, setzen wir auf radikale Öffnung: für neue Perspektiven, für unbekannte Verbindungen, für Begegnungen an vertrauten Orten, die in völlig neuem Licht erscheinen. Die Biennale-Künstler:innen erschließen mit ihren speziell für Wiesbaden entwickelten Arbeiten neue Spiel- und Denkräume. Sie laden ein zum Gespräch, zum Mitmachen, zum gemeinsamen Erleben in Werkstätten, Ritualen, Talks und Performances.

Wir haben ein gesamtszenografisches Konzept entworfen, das das Theater neu mit dem Stadtraum verknüpft: nicht als Zentrum, sondern als Teil eines dezentralen Ganzen. Eine Einladung, sich auf den Weg zu machen, Orte zu entdecken und Fragen zu stellen: Was bleibt verborgen? Was wird sichtbar, wenn wir suchen?

Dafür haben wir den Einquadratkilometer-Plan für Wiesbaden entwickelt – eine Karte, die alle Besucher:innen einlädt, neue Orte aufzuspüren und sie selbst weiterzuschreiben.

Diese Biennale ist eine Schnitzeljagd durch Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Eine Einladung, gemeinsam Platz zu machen, für Kunst, für Austausch, für ein neues Wir.

Nicht Zentrum

Wir richten unseren Fokus auf Orte, die bisher wenig Beachtung fanden, fast vergessen und doch mitten im Zentrum. Orte, an denen wir gemeinsam Platz machen für neue Gedanken und neue Perspektiven. Das „Nicht Zentrum“, ein Ort, an dem sich räumliche und rechtliche Barrieren zu einer Umleitung verdichten, eröffnet Raum für Austausch, Reflexion und Überraschung.

Wir wollten auf die Rückseite des Theaters gehen.Dorthin, wo der Müll steht, wo die Lieferungen ankommen, wo die Putzkräfte parken. Orte im Herzen der Stadt rund um das Staatstheater Wiesbaden, die dennoch kaum wahrgenommen werden. Das ist der Teil, der das Theater am Laufen hält, und trotzdem im Hintergrund bleibt.

Uns ging es darum, bestehende Regeln und Machtstrukturen offenzulegen und zu hinterfragen, verborgene Geschichten sichtbar zu machen und neue Zugänge zu schaffen. Irritieren! Provozieren! Türen öffnen, Barrieren reduzieren und die Stadt ins Theater einladen.

Wolke

Eine Ruine oder der Schatten einer Möglichkeit. Ein Raum, der seit zehn Jahren stillsteht, verborgen und doch unmittelbar neben dem Theater. Ein Ort, der wartet, atmet, sich selbst überlassen langsam in eine andere Zeit kippt. Hier haben wir die Installation Wolke entwickelt. 

Wir wollten zeigen, welche Ressourcen ungenutzt bleiben und wie Räume, die aus dem städtischen Bewusstsein fallen, von der Natur leise zurückerobert werden. In diesem Fall vom warmen Dampf, der aus den Gullis der berühmten Wiesbadener Thermalquellen aufsteigt. Eine uralte Präsenz, die lange vor uns da war und sich nun diesen verlassenen Raum zurückholt, Schicht für Schicht, Atemzug für Atemzug. Der Zugang zur Installation erfolgt barrierefrei über eine 36 Meter lange Rampe.

Wolkenbeobachtungen
Rituals of Resistance

Produktivität ist sichtbarer und akzeptierter als das Pausieren. Dabei gehört das Ausruhen für viele Menschen mit unsichtbaren Behinderungen oder chronischen Krankheiten selbstverständlich zum Alltag. Raquel Meseguer Zafe hat ihre Geschichten gesammelt und ein Hörspiel geschaffen, das mit Klang und Text zum Innehalten einlädt. Es erzählt vom subversiven Akt des Liegens, vom Ausruhen im öffentlichen Raum und von der Kraft, die im Nichtstun liegt – poetisch, meditativ und politisch zugleich.

Für dieses Hörspiel haben wir die große Bühne des Staatstheaters Wiesbaden in einen Ruheraum verwandelt. Eine Raseninstallation ermöglicht das Liegen für alle Körper. In den Höhen des Schnürbodens, in der Obermaschinerie des Theaters, ziehen künstliche Wolken vorbei, die sich dramaturgisch immer wieder neu ins Licht setzen und das Hörspiel begleiten. Die Zuschauer:innen liegen gemeinsam auf der Rasenfläche und besetzen den Bühnenraum – als Akt des Ausruhens, als politischen Moment der Gegenwart. Am Ende öffnen sich die beiden eisernen Vorhänge, und die Hinterbühne gibt den Blick frei in den Park.

„All you need to do is open the door.”
Jess Thom

Team

Kompliz:innen

Künstlerische Leitung

Rebecca Ajnwojner

Carolin Hochleichter

Künstler:innen u.a.

Jess Thom

Sasapin Siriwanij

Angelo V. Suárez

Donna Miranda

Raquel Meseguer Zafe

Lizza May David

Noom Sorawis Chinsangthip

Memory Biwa

Barby Asante

Künstlerische Produktionsleitung

Aliki Schäfer

Mitarbeit Produktion

Anna Boldt

Mel Brinkmann

Mitarbeit Programm und Kommunikation

Anja Schneidereit

Raumstrategie und Mitarbeit Produktion

Tonderai Koschke

Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Leila Haschtmann

Grafikdesign und Webseitengestaltung

turbo type

Technische Produktionsleitung

Lars Werneke

Technische Leitung

Matthias Schneider

Nebel

Thom Luz

Beratung Barrierefreiheit

Olivia Hotz

Fotos und Social Media

Elisa Grehl

Übersetzung Wolkenbeobachtungen

Noa Winter

Dramaturgie Wolkenbeobachtungen

Felicitas Arnold

Produktion Wolkenbeobachtungen

Mayk 2024

Komposition Wolkenbeobachtungen

Jamie McCarthy

Weitere Kompliz:innen

Die Stadt

Thouretteshero

Förderer und Auftraggeber:innen

Zeit und Ort

12.  – 21. 09. 2025
Wiesbaden, DE

Wiesbaden Biennale:
Platz machen!

YOU ONLY NEED TO OPEN THE DOOR

YOU ONLY NEED TO OPEN THE DOOR

YOU ONLY NEED TO OPEN THE DOOR

YOU ONLY NEED TO OPEN THE DOOR

YOU ONLY NEED TO OPEN THE DOOR

WOLKE — DETOUR —

WOLKE — DETOUR —

WOLKE — DETOUR —

WOLKE — DETOUR —

WOLKE — DETOUR —

12. – 21.09.2025
Wiesbaden, DE

KIOSK *** BAR *** RELAX ***

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© Elisa Grehl