Die Software-ing Spaces Winter School 2023 war ein räumliches Experiment. Ziel war es herauszufinden, was ein urbaner Gemeinschaftsort braucht, um einladend, nutzbar und eigenständig zu werden. Eine Woche lang lebten und arbeiteten die Teilnehmenden vor Ort und lernten im gemeinsamen Planen und Bauen. Die Grundidee: Objekte zu gestalten, die wie „Software“ innerhalb der räumlichen „Hardware“ funktionieren. Elemente, die einen Ort lebendig machen und seine Nutzung ermöglichen.
Die Winter School fand in den historischen Räumen des ehemaligen Gefängnisses und Klosters Sant’Agata (ExSA) in der Altstadt von Bergamo statt und knüpft an die Arbeit an, die seit 2015 von der Associazione Maite entwickelt wird – einem Verein, der sozio-kulturelle Initiativen fördert. In den letzten Jahren wurde Sant’Agata gemeinschaftlich von verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen genutzt und verwaltet, koordiniert von Maite und So.No. – Società Nomade.
Im Mittelpunkt standen drei physische Räume: der Eingangsbereich (Salotto), die Küche (Cucina) und der angrenzende Korridor (Corridoio). Ergänzt wurden sie durch einen vierten, immateriellen Raum: den Raum der Kommunikation (Parole).





























Der Workshop gliederte sich in vier Studios, die jeweils von einem anderen Kollektiv geleitet wurden:
Studio Cucina – Mascha Fehse & Licia Soldavini (Berlin)
Studio Salotto – Guerilla Architects (Berlin)
Studio Corridoio – Camposaz (Italien)
Studio Parole – Collettivo Franco (Bologna)
Ausgangspunkt der Gestaltung waren große Mengen an Stoffresten aus einer ehemaligen Polsterei. Eine Woche lang wurde experimentell mit dem Material gearbeitet. Zunächst entstand daraus ein riesiger Teppich für den Salotto, der sich später zu einem Zeltdach erhob und einen warmen, gemütlichen Raum für das gemeinsame Abendessen bildete. Der „Fußabdruck des Raums“ wurde anschließend in verschiedenen Bereichen des Klosters neu arrangiert und schließlich auch performativ in die Stadt getragen. Gemeinsam bewegte die Gruppe das textile Objekt durch den öffentlichen Raum – als Markierung, als Messinstrument, als Picknickdecke, auf der Essen geteilt wurde, oder als riesiger Mantel, der die gesamte Gruppe zu einem Kollektiv vereinte.