
Guerilla Architects ist ein transdisziplinäres Künstlerinnenkollektiv aus Berlin. Entstanden 2012 während einer Hausbesetzung in London, bewegen wir uns bewusst in den Spannungsfeldern zwischen kritischer Stadtforschung, künstlerischer Intervention und aktivistischem Handeln. Wir arbeiten mit temporären Aneignungen, subversiven Strategien und rechtlichen Grauzonen, die wir als wirksame Hebel für räumliche Gerechtigkeit nutzen.
Durch performative und gestalterische Eingriffe hinterfragen wir etablierte Prozesse der Stadtplanung, asymmetrische Eigentumsverhältnisse und dominante Raumordnungen. Den öffentlichen Raum verstehen wir als den Ort, an dem Demokratie verhandelt wird. Mit unserer künstlerischen Praxis leisten wir Widerstand gegen die fortschreitende Kapitalisierung unserer Städte.
Wem gehört der Raum? Wer fehlt – und warum? Gemeinsam mit Kompliz:innen gestalten wir Räume, an denen Wissen geteilt, Perspektiven verhandelt und gegenseitige Unterstützung möglich wird. Uns geht es darum, bestehende Regeln und Machtstrukturen zu hinterfragen, verborgene Geschichten sichtbar zu machen und neue Zugänge zu schaffen.
Ausgehend von den konkreten Orten spielt für uns die direkte Umgebung immer eine zentrale Rolle. Als Tool für unsere künstlerische Forschung betrachten und analysieren wir Einquadratkilometer der Umgebung. Daraus entwickeln wir ortsspezifische Installationen, die durch Irritationen produktive Störungen freilegen, Räume verschieben und Debatten über ihre Zukunft anstoßen. Wir gestalten Simulationen und immersive Räume, die bestehende Hierarchien aufbrechen. Um selbst in diese Realitäten einzutauchen nutzen wir die Camouflage. Sie ermöglicht uns, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen, den Ort aus nächster Nähe zu erleben und Teil eines Ortes zu werden, ohne ihn zu dominieren. Die Camouflage ist Schutzraum für Experimente.
Oft reicht ein minimalinvasiver Eingriff, um Unsichtbares freizulegen und vernachlässigten Räumen neue Bedeutung zu geben. Unsere Methode beginnt dort, wo städtische Gewohnheiten brüchig werden: Wir lesen Leerstellen, aktivieren Zwischenräume und verwandeln Nebenschauplätze in zentrale Bühnen. Unser Wir bleibt bewusst ambivalent und diskursiv, ein bewegliches Gefüge, das sich erweitert, widerspricht und neu zusammensetzt. So wird Stadt als Terrain kollektiver Handlungsmacht erlebbar.
Anja Fritz (sie/ihr) studierte Architektur an der Staatlichen Akademie der Künste Stuttgart und an der Universität der Künste Berlin. Ihre künstlerische Ausbildung prägt ihr Verständnis von Architektur: In ihrer Arbeit verbindet sie Stadtforschung, Performance und Kunst, um erlebbare Räume und Situationen zu schaffen. Sie ist projektbezogen in der Berliner Freien Szene aktiv, unter anderem war sie als Bühnenbildassistentin für die Künstlergruppe Zentrum für politische Schönheit am Maxim Gorki Theater sowie als Projektassistentin bei Raumlabor Berlin tätig. Als Mitbegründerin des Kollektivs Guerilla Architects untersucht sie seit 2012, wie das Zusammenführen unterschiedlicher Formate einen inhaltlichen Mehrwert erzeugen kann. Seit Oktober 2024 engagiert sie sich als Fachvertreterin Architektur in der Kommission für Kunst im öffentlichen Raum Friedrichshain-Kreuzberg.
Silvia Gioberti (sie/ihr) studierte Architektur am Politecnico di Milano und an der Universität der Künste Berlin. Sie arbeitet freiberuflich mit internationalen Künstler:innen als Kunstproduzentin. Diese Tätigkeit hat ihre Sicht auf die unterschiedlichen Deutungen und den Wert der Produktion von Kunst (und Raum) stark geprägt. Seit 2022 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Architektur und Städtebau der Universität der Künste Berlin. Ihre Forschung und ihre Arbeit mit dem Kollektiv konzentrieren sich darauf, gesellschaftlich festgesetzte Paradigmen in Frage zu stellen und sie durch Gestaltung und unkonventionelle Nutzung vom (öffentlichem) Raum neu zu interpretieren.
Shahrzad Rahmani (sie/ihr) studierte Architektur an der KIT Karlsruhe und Bühnenbild-Szenischer Raum an der TU Berlin. Sie ist freiberufliche Bühnen- Kostümbildnerin und Szenografin. In ihrer künstlerischen Praxis definiert sie szenische Räume als soziale und politische Resonanzräume, die durch ihre performative und interdisziplinäre Ausrichtung zwischen Bühne, Stadtraum und Installation dynamische Wechselwirkungen schaffen. 2023/24 war sie Bertolt-Brecht-Gastprofessorin an der Universität Leipzig – Centre of Competence for Theatre (CCT). Mit ihrem Kollektiv erforscht sie ortsspezifische Raumkonzepte, die Wahrnehmung verschieben und gesellschaftliche Strukturen kritisch hinterfragen. Sie arbeitet in enger Zusammenarbeit mit Regisseur:innen und Choreograf:innen in Deutschland und International.
Sophie Fetten (GA bis 2012)
Tobias Hattendorff (GA bis 2019)
Denica Indzova (GA bis 2017)
Nike Kraft (GA bis 2025)
Henriette Lütcke (GA bis 2016)
Philine Schneider (GA 2019–2021)
Benedikt Stoll (GA bis 2025)
Lucie Waschke (GA bis 2012)
Eric Zapel (GA bis 2012)
Rebecca Ajnwojner
Al Sultan Bistro
Emil Angelov
Felicitas Arnold
Ashkan Afsharian
Michelle Auerbach
Azam Späti
Radwan Bachnak
Orsi Balog
Stefanie Barz
Memory Biwa
Bodo-Uhse-Bibliothek Lichtenberg
Angelica Germanà Bozza
Mel Brinkmann
Polly Bruchlos
Bühnenbild und Szenischer Raum – TU Berlin
C4D – Communication for Development
Café und Bäckerei am Mehringplatz
Andrés Castoldi
Noom Sorawis Chinsangthip
CISR St. Petersburg
CRCLR
Culinary Misfits
Ihab Dawoud
Die Stadt
ehrliche Arbeit – freies Kulturbüro
Emeka Ene
Bassel Fayad
Ferdinand Föckig
Benjamin Foerster-Baldenius
Julia Franz
Kevin Fuchs
Henry Fust
Francesca Gotti
Moritz Graf
Elisa Grehl
Katharina Gruber
Sami Haddaji
Edwar Hanna
Friederike Hänsel
Leila Haschtmann
HDR
Ramona Heiligensetzer
Olivia Hotz
ifau – Institut für angewandte Urbanistik
Initiative Checkpoint Charlie erhalten
Institut für angewandte Heterotopie
Monika Jedrysiak
Kairo Kiosk
Kasper Theater Rixdorf
Wissam Khaled
Helena Knorr
Stephanie Köck
Kommando Karate
Stella Konstantinou
Tonderai Koschke
Janela Kostova
Najwa Koussa
Agnieszka Kubicka-Dzieduszycka
Kaya Kürten
Simon Leebmann
Thom Luz
Mall Anders
Luca Marinelli
Tabea Mathern
Mayk 2024
Jamie McCarthy
Richard le Messurier
Mieter:inneninitiative Hafenplatz
MikroMakroWelt
Natural Building Lab – TU Berlin
Hamid Omidi
Stefanie Pesel
Jann Petersen
Pfarramt St. Richard
Niki Phoenix
Haouika Awâtef Porro
Joanne Pouzenc
Manja Präkels
Philipp Quiring
Räuberherz
Ina Ravens
Rerentatent
Esther Rizo
Sarah Rosenau
Charlotte Rosengarth
Marian Rudhart
Christine Ruynat
Matthias Schneider
Anja Schneidereit
Yona Catrina Schreyer
Sasapin Siriwanij
Natalia Stepanova
Angelo V. Suárez
Sustainable Food Academy
Kristóf Szombati
Julie Teuber
The Real Junk Food Project Berlin
Ingo Tomi
Jana Tost
Stephanie Traut
Nadine Vollmer
Joanna Warsza
Pablo Wendel
Finnja Willner
Noa Winter
Lea Wolf
Miriam Worek
Z/KU – Zentrum für Kunst und Urbanistik
Angeliki Zervou
ZusammenKüche
Auswärtiges Amt
Berliner Projektfonds kulturelle Bildung
Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa
Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Hans Sauer Stiftung
Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025
Projektfonds Urbane Praxis
Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung
Stiftung Stadtkultur
Supergau Festival / Land Salzburg
